Viola Profonda

Entstehung

Während seines Kompositionsstudiums beschäftigte sich Herr Yañez mit der Analyse der „Kunst der Fuge“ von Johann Sebastian Bach. Die Rätsel, die ihn dabei am meisten faszinierten waren:

  • Weshalb fehlte in seinem letzten Werk „Kunst der Fuge“ der Text
  • Und weshalb legte er keine Instrumentierung fest?

Die Fuge, Krönung eines hochentwickelten Musikkonzepts, ist die Erweiterung und Kombination von Klangräumen. Die Klangräume sollten mit Instrumenten ausgefüllt werden, die dazu tatsächlich in der Lage sind. So sollte beispielsweise ein Alt mit seinem Timbre nicht die Position eines Tenors einnehmen; ganz wie beim Chor, bei dem die Klangräume mit der tatsächlichen Lage der Sänger gefüllt werden.

Die vier Klangräume wurden in der Barock-Epoche durch Gamben ausgefüllt. Das Streichquartett, so wie wir es heute kennen, hat sich erst in der klassischen Epoche etabliert. Es füllt jedoch die vier Klangräume mit lediglich drei Instrumenten bzw. Timbres aus:

  • Violine (Sopran)
  • Bratsche (Alt)
  • Cello (Bass)

der Tenor jedoch fehlt...

Zahlreiche Musiker haben die „Kunst der Fuge“ mit unterschiedlichen Instrumentalkombinationen interpretiert. Herr Yañez ist der Meinung, dass diese vierdimensionalen Räume durch das Streichquartett erfüllt werden sollten, jedoch kann unser heutzutage etabliertes Streichquartett diese Klangräume bei der „Kunst der Fuge“ nicht füllen.

Dies war für Herrn Yañez die Hauptmotivation zur Entwicklung eines Streichinstruments mit eigener Klangfarbe und Tenor-Register.

Um der Systematik des Streichquartetts gerecht zu werden, sollte das neue Streichinstrument mit seiner Lage eine Oktave unter der Violine liegen, vier Saiten aufweisen und eine eigene Klangfarbe besitzen. Ein Streichinstrument, welches durch die Besaitung und Form verhältnismäßig leicht für Spieler der anderen Streichinstrumente (Violine, Bratsche) zu spielen wäre.

Nach mehrjähriger Entwicklungsphase wurde im Jahr 2007 der Prototyp der „Viola Profonda“ gebaut. Ihr ausdrucksvoller und warmer Klang animierte Herrn Yañez und andere Komponisten, eigens für dieses neue Instrument bestimmte Kompositionen zu schreiben.

Die Viola Profonda soll sich als Solostimme, im Verbund mit den anderen drei Streichinstrumenten (Violine, Bratsche, Cello) in einem neuen, ausgewogenerem Quartett, als Bestandteil eines klassischen Orchesters oder auch in allen denkbaren Kombinationen mit anderen Musikinstrumenten vollständig entfalten.